Segeln by night – Astronomische Navigation

Astronomische Navigation

Seit Anbeginn der Seefahrt orientiert sich der Seemann an der Sonne und den Gestirnen. Astronomische Navigation lautet hier das Stichwort! Doch wie geht das? Wir erklären Ihnen die Tipps und Tricks, sodass Sie bei Ihrem nächsten Bootcharter Herr der Orientierung bleiben!

Himmelsrichtung bestimmen

1. Für die Bestimmung der aktuellen Position benötigen Sie 2 Koordinaten: die geographische Länge und Breite.
2. Machen Sie es sich für ein paar Minuten gemütlich und beobachten Sie einen Stern direkt über Ihrem Fixierpunkt.
Achtung: Weder Sie noch Ihr Fixierpunkt dürfen sich bewegen.
3. Kurze Zeit später bemerken Sie, dass sich der angepeilte Stern „zur Erde bewegt“.

Aus der Bewegungsrichtung können Sie nun grob die Himmelsrichtung erschließen:

Stern steigt aufwärts: Osten
Stern sinkt abwärts: Westen
Stern wandert nach rechts: Süden
Stern wandert nach links: Norden

Ist die Bewegung diagonal, ergibt sich eine Himmelsrichtung dazwischen. Schon haben Sie einen groben Anhaltspunkt über die Himmelsrichtung! Jetzt geht es an’s Eingemachte:

Wie messe ich mit einem Sextant?

Kurz: Ein Sextant ist ein sehr genaues Winkelmeßgerät. Dieses ist ausgestattet mit 2 Spiegeln – Indexspiegel und Zenitspiegel – einem kleinen Linsenfernrohr, einer Stellschraube, einen Satz Sonnenfilter zum Schutz der Augen und einer Skala zum ablesen des Winkels.

Seit Erfindung des Oktanten und dessen Weiterentwicklung zum Sextanten kann man seine nautische Position ohne größere Probleme bestimmen.

                                                                                                  2000px-Marine_sextant_de.svg

Durch die  Anordnung von Index- und Zenitspiegel kann der Betrachter sowohl die Gestirne als auch den Horizont im Blickfeld behalten. Peilen Sie nun das gewünschte Himmelsobjekt an, drehen an der Stellschraube und lesen Sie den Winkel ab.

Im finalen Schritt muss nun nur noch die Uhrzeit notiert und die Gradanzahl abgelesen werden und fertig ist die Messung! Am besten gelingt es zu zweit – einer misst, einer notiert.

                                                                               450px-Astronav3.svg

Aber Achtung: noch können Sie das Ergebnis nicht zur Berechnung verwenden. Zunächst müssen Sie noch einige Korrekturwerte beachten (dem Bundesamt der Seeschifffahrt und Hydrographie zu entnehmen):

  1. Die Augenhöhe: Je höher das Auge des Betrachters von Meeres-Null entfernt ist, desto weiter ist – bedingt durch die Erdkrümmung – die Kimm entfernt.
  2. Atmosphärische Brechung: Da der Luftdruck mit steigender Höhe abfällt, verändert sich der Brechungsindex der Atmosphäre. Außerdem variieren Durchmesser von Sonne und Mond je nach Tageszeit.
  3. Gestirnsdurchmesser: Da bei der Messung der untere Rand auf die Kimm aufgesetzt wird, muss der Wert zum Mittelpunkt von Sonne und Mond berücksichtigt werden.
  4. Horizontal Parallaxe: Sie entsteht durch die Entfernung zwischen Erdmittelpunkt und Standpunkt des Beobachters auf der Erdoberfläche – wirkt sich allerdings nur  bei Sonne, Mond (stark) und Planeten durch die „geringe“ Entfernung aus.

C&B Geheimtipp: Für alle, die einfach nur den Sternenhimmel genießen wollen, empfehlen wir die kostenlose Star Tracker – Mobile Sky Map. Damit entdecken Sie versteckte Sternbilder und Galaxien! Besonders reizvoll wenn Sie ein Boot in Kroatien mieten! 😉

 

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